Leitthema: Typische Konfliktkonstellationen
In die KÖDOPS-Software wurden mit KF A6a und A6b Elemente des Manuals Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) (Arbeitskreis OPD, 1996) integriert, weil sie vielen psychoanalytischen Therapeuten bereits vertraut sind. KF A6a dient dabei lediglich als zusätzliche Anregung, die aber nicht notwendig ist für die weitere Therapieplanung und -dokumentation nach KÖDOPS.
OPD wurde als Diagnoseinstrument entwickelt, das zwischen rein deskriptiven Systemen wie DSM und psychodynamischer Diagnostik vermittelt. Es handelt sich um ein multiaxiales System mit fünf Achsen:
Therapeuten schätzen ihre Patienten nach dem Erstgespräch auf allen Achsen ein. Inzwischen wurde OPD für die Therapieplanung und Veränderungsmessung weiterentwickelt (OPD-2 von 2006). Daher lassen sich mit OPD jetzt auch Therapieschwerpunkten mit entsprechenden Behandlungsstrategien konzipieren.
KF A6a orientiert sich an der OPD-Achse III, die acht typische Konfliktkonstellationen beschreibt. In der KÖDOPS-Software gibt der Therapeut an, ob sie auf seinen Patienten zutreffen oder nicht.
Überdauernde Konfliktthemen |
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Abhängigkeit versus |
Suche nach Beziehung (jedoch nicht Versorgung) mit ausgeprägter Abhängigkeit (passiver Modus) oder Aufbau einer emotionalen Unabhängigkeit (aktiver Modus) mit Unterdrückung von Bindungswünschen (Familie/Partnerschaft/Beruf). Erkrankungen schaffen "willkommene" Abhängigkeit oder sind existentielle Bedrohung. |
Unterwerfung versus |
Gehorsam/Unterwerfung (passiver Modus) versus Kontrolle/Sich-Auflehnen (aktiver Modus) bestimmen die interpersonellen Beziehungen und das innere Erleben. Erkrankungen werden "bekämpft" oder sind ein zu erleidendes Schicksal, dem man sich (wie auch dem Arzt) "fügen" muss. |
Versorgung versus |
Die Wünsche nach Versorgung und Geborgenheit führen zu starker Abhängigkeit ("dependent and demanding", passiver Modus) oder werden als Selbstgenügsamkeit und Anspruchslosigkeit abgewehrt (altruistische Grundhaltung, aktiver Modus). Bei Krankheit erscheinen diese Menschen als passiv-anklammernd oder wehren Hilfe ab. Abhängigkeit und Unabhängigkeit stehen jedoch nicht als primäre Bedürfnisse im Vordergrund. |
Selbstwertkonflikte |
Das Selbstwertgefühl erscheint brüchig bzw. resigniert, aufgegeben (passiver Modus) oder die kompensatorischen Anstrengungen zur Aufrechterhaltung des ständig bedrohten Selbstwertgefühls dominieren (pseudoselbstsicher, aktiver Modus). Erkrankungen führen zu Selbstwertkrisen, können aber auch einen restitutiven Charakter für das Selbstbild haben. |
Über-Ich und |
Schuld wird bereitwillig bis hin zu masochistischer Unterwerfung auf sich genommen und Selbstvorwürfe herrschen vor (passiver Modus) oder es fehlt jegliche Form von Schuldgefühlen, diese werden anderen zugewiesen und auch für Krankheit sind andere verantwortlich (aktiver Modus). |
Ödipal-sexuelle Konflikte |
Erotik und Sexualität fehlen in Wahrnehmung, Kognition und Affekt (passiver Modus) oder bestimmen alle Lebensbereiche ohne dass Befriedigung gelingt (aktiver Modus). Nicht gemeint sind hier allgemeine sexuelle Funktionsstörungen anderer Herkunft. |
Identitätskonflikte |
Es bestehen hinreichende Ich-Funktionen bei gleichzeitig konflikthaften Selbstbereichen (Identitätsdissonanz): Geschlechtsidentität, Rollenidentität, Eltern-/Kindidentität, religiöse und kulturelle Identität u.a. Der Annahme des Identitätsmangels (passiver Modus) steht das kompensatorische Bemühen, Unsicherheiten und Brüche zu überspielen, entgegen (aktiver Modus). |
Fehlende Konflikt- und |
Gefühle und Bedürfnisse bei sich und anderen werden nicht wahrgenommen und Konflikte übersehen (passiver Modus) oder durch sachlich –technische Beschreibung ersetzt (aktiver Modus). |
Ködops - A6a

