KF D1: Notizen zum Therapieverlauf
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Voraussetzung: Definierter Patient und dokumentierte Stunde (unter Verlauf => Stunden), die über ein Drop-Down-Menü in KF D1 ausgewählt wird.

Die Notizen zum Therapieverlauf bieten die Möglichkeit zur Dokumentation der Therapie anhand von 25 Kategorien, die auch ein Freitextformat einschließen. Idealerweise füllt der Therapeut KF D nach jeder Sitzung aus, mindestens aber dann, wenn sich wichtige Veränderungen beim Patienten gezeigt haben. Da es sich bei vielen Kategorien um Ratingskalen handelt, hält sich der Zeitaufwand in Grenzen. Für einen Kurzdurchgang können auch nur die acht Basiskategorien bearbeitet werden, die in den folgenden Ausführungen durch Unterstreichung gekennzeichnet sind. Als ersten Schritt ruft der Therapeut in KF D eine bestimmte Sitzung auf und wählt aus der linken Leiste eine der Kategorien, die dann auf der rechten Seite beschrieben wird.

1. Zentrale Szene/Schlüsselszene („Szene“)
Die zentrale Szene einer Therapiestunde erfasst das bestimmende dynamische Geschehen dieser Sitzung. Die Bedeutung ergibt sich aus dem Thema und dem Übertragungskontext der Stunde.

2. Meine spontane Reaktion auf die Stunde („Spont“)
Gemeint sind emotionale oder körperliche Äußerungen, Impulse und Verhaltensweisen (z. B. Ärger, plötzlicher Bewegungsdrang, Bilder, die einem durch den Kopf gehen etc.).

3. Inwieweit ist der Patient seinem(n) Therapieziel(en) näher gekommen? („Ziele“) – Rating

Fortschritte werden kurz beschrieben und wie folgt bewertet:
Stufe 1: nicht näher gekommen
Stufe 2: wenig näher gekommen
Stufe 3: mittelmäßig näher gekommen
Stufe 4: ziemlich
Stufe 5: wesentlich näher gekommen

4. Erreichte Fortschritte schienen heute wieder verloren („Ruecks“)

Die Frage nach Fortschritten wird mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet. Referenzpunkt ist die letzte Sitzung – nicht die Ausgangslage zu Therapiebeginn. Bei einer Bejahung können die Fortschritte (z. B. in Symptomatik, somatischen Beschwerden, Konfliktlösung, Beziehungen, Verhalten, Emotionen oder Kognitionen) stichpunktartig vermerkt werden.

5. Positive Veränderungen innerhalb der Therapie („Inpos“) – Rating
Positive Veränderungen werden kurz beschrieben und nach folgendem Schlüssel eingeschätzt:
Stufe 1: keine
Stufe 2: mäßig (Fluktuation, d. h. Pendeln zwischen Fort- und Rückschritt),
Stufe 3: mittel (Abbau von Ängsten, Differenzierungslernen, bessere Regulation)
Stufe 4: stark  (neue Möglichkeiten, neue Fähigkeiten zur Selbstregulation, erfolgreiches
Durcharbeiten, relativierende Dekonstruktion, Konstruktion u. Rekonstruktion).
Referenzpunkt ist erstens die Ausgangslage, zweitens aber auch der fortgeschrittenste Entwicklungsstand in den Veränderungsbereiche (z. B. Symptome, Erlebniszustände, Konfliktthemen, TKS-Stärkung, Arbeit am TS und ZTST).

6. Positive Veränderungen außerhalb („Aupos“) – Rating
Analog zu 5.

7.Negative Veränderungen innerhalb („Inneg“) – Rating
Analog zu 5.

8.Negative Veränderungen außerhalb („Auneg“) – Rating

Analog zu 5.

9. Zentrales Problem, an dem heute gearbeitet wurde („Prob“)

Bei dieser Kategorie geht es um das inhaltliche Thema und den Fokus der Therapiestunde.

10. Zentrale Intervention(en)/ MPTT-Checkliste („IntMPTT“)
Aktivitäten des Therapeuten von besonderer Wichtigkeit werden hier dokumentiert, z. B. Deutungen, Übungen, aber auch ärztliche oder unterstützende Maßnahmen, etwa ein Telefonat etc. Für die MPTT können aus einem Drop-down-Menü entsprechende Kategorien angewählt und dann ausführlicher beschrieben werden (z. B. Begleiten beim Traumabericht oder kognitive Rekonstruktion).

11. Reaktion des Patienten auf die Intervention(en) („Reakt“)

Die Patientenreaktionen auf emotionaler, kognitiver und auf der Verhaltensebene notiert der Therapeut hier. Verbale Reaktionen sollte er wörtlich festhalten.

12. Neue Beschwerden/Symptome („Beschw“)
Dieser Bereich bezieht sich auf die Zeit zwischen der letzten und der aktuellen Stunde. Neben körperlichen Beschwerden werden auch emotionale und Verhaltenssymptome dokumentiert.

13. Neue anamnestische Daten („Anamn“)

Vertiefende Anamnesedaten erfährt der Therapeut häufig erst mit Fortschreiten der Therapie, z. B. Informationen über den Hintergrund der Familie oder die Traumageschichte des Patienten.

14. Neue Einsichten des Patienten in lebensgeschichtliche, soziale/politische oder intrapsychische Zusammenhänge („EinsPT“)
Festgehalten werden hier z. B. das Erkennen von Strukturen, Analyse von Täterstrategien und die beginnende Fähigkeit zur Objektspaltung beim Patienten.

15. Implizites Übertragungsangebot („Uebert“)

Das implizite Übertragungsangebot beinhaltet die charakteristische Beziehungsfigur, die der Patient dem Therapeuten unbewusst zuschreibt (z. B. Vater/Mutter, große/r Bruder/Schwester, Verfolger, Retter etc.) Der Therapeut hält dabei fest, ob die Beziehung belastet oder korrektiv ist. Das Übertragungsangebot des Patienten gibt Auskunft über wichtige Beziehungen in seinem Leben und typische Lösungsansätze in Beziehungen (z. B. Kontrollstreben, um traumatische Hilflosigkeit zu überwinden).

16. Gegenübertragungsreaktion (Eigenübertragung) („Gegenue“)
Der Therapeut schreibt hier alle Gedanken, Gefühle und Handlungen auf, die durch die Übertragung des Patienten bei ihm ausgelöst werden. Zusätzlich hält der Therapeut fest, welche Beziehungsfiguren er selbst auf den Patienten überträgt.

17. Neue Einsichten des Therapeuten („EinsTh“)

Seine jeweils aktuellen Erkenntnisse über Psychodynamik, therapeutische Beziehung, Behandlungstechnik und -ziele hält der Therapeut unter diesem Punkt fest.

18. Ich habe Kritik an mir in Bezug auf die heutige Stunde („Fehler“)
Sollte der Therapeut während der Sitzung die therapeutische Distanz verloren haben, eine „Verwicklung“ oder therapeutische Missallianz entstanden sein, hält er solche Fehler an dieser Stelle fest. Zu bedenken ist, dass Fehler zu jeder Therapie dazugehören und oft erst Voraussetzungen für wichtige Entwicklungen bilden.  

19. Meine Phantasien über das zentrale Thema innerhalb der nächsten Sitzung („PhantNä“)

Hier geht es um Hypothesen des Therapeuten über den Fortgang der Therapie. Intuitive Phantasien festzuhalten ist wichtiger als ihre Begründung.

20. Geplante Interventionslinie („Intlinie“)

Der Therapeut notiert weitere Behandlungsschritte, neue Schwerpunkte, Maßnahmen – kurz Anschluss und Modifikation der basalen Interventionslinie.

21. Rückmeldungen des Patienten zur Stunde („Rückmeldung“)

Explizite Äußerungen des Patienten zur Therapie, einer bestimmten Sitzung oder dem Therapeuten als Person sollten hier dokumentiert werden.

22. Notizen („Notizen“)
Freitextformat

23. Neue Wege („IntNw“)
Alle Maßnahmen des Therapeuten von zentraler Bedeutung (z. B. Übungen, Deutungen etc.). Bei Traumapatienten in der MPTT werden hier Module (Übungen) verwendet aus Fischer: Neue Wege.

24. Somatische und medikamentöse Behandlung („MedBehand“)

Der Therapeut hält hier alle körperlichen und medikamentösen Behandlungen samt ihren Auswirkungen fest.

25.  Signierung („Signierung“)
Signierung bezeichnet eine Kurzschrift, mit der der Therapieverlauf dokumentiert werden kann. Sie wird weniger in der Praxis, vielmehr zu Forschungszwecken eingesetzt (häufig parallel zu KF E1 Prognosebogen). Es wird unterschieden zwischen Strukturen und Operatoren. Die Operatoren beschreiben jeweils die Art der Veränderung einer Struktur im Sinne des ADVM. Der Therapeut wählt dabei individuell aus, welche Strukturen bei seinem Patient relevant sind.

Strukturen von

  • Erlebniszuständen
  • Konfliktthemen
  • Dynamiken
    • W/A progr/regr.
    • TKS
    • TS
    • ZTST
    • Desill

Operatoren

  • Fluktuation (=Bewegung in der Struktur)
  • Differenzierende Dekonstruktion
  • Relativierende Dekonstruktion
  • Konstruktion
  • Rekonstruktion

Ködops- D1

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